Christoph Keller
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  Jeder Krüppel ein Superheld Mo 26. Oktober, 20 Uhr  
Foto: Ayse Yavas

 

Autorenlesung

Splitter aus dem Leben in der Exklusion:

Siebzehn Jahre nach seinem erfolgreichen Erinnerungsroman «Der beste Tänzer» über sein Leben mit Spinaler Muskelatrophie (SMA III) unternimmt Christoph Keller eine ebenso unorthodoxe wie provokative Befragung dessen, was es im 21. Jahrhundert bedeutet, ein Mensch mit körperlicher Behinderung zu sein.

Was es bedeutet, den Alltag zu bewältigen, zu lieben, zu schreiben, zu reisen (oder eben nicht), wenn man nicht wie die anderen ist.

Wie man auf der Sitzfläche von der Grösse eines A4-Blattes in ein Flugzeug kommt. Wie es sich anfühlt, wenn man im Museum für eine Strecke, die in ein paar Minuten zurückzulegen wäre, fünfzig braucht. Warum man im Gorillagehege in einem Zoo ein Rollstuhlschild am Rollstuhl tragen muss, damit klar ist, dass man in einem Rollstuhl unterwegs ist.

Angelegt als Collage verschiedenster Texte und einer Kafkas «Verwandlung» widersprechenden, erschreckend komischen Erzählung, ruft «Jeder Krüppel ein Superheld» zu Mitgefühl und Empörung auf und zeigt auf berührende Weise, wie auch mit einer Behinderung ein volles Leben gelebt werden kann, wenn man akzeptiert, dass die Diagnose «Leben» heisst.

In Zusammenarbeit mit Rösslitor Bücher

***

Christoph Keller, 1963 in St. Gallen geboren, ist der Autor zahlreicher preisgekrönter Romane, unter anderm Gulp (Benziger, 1988), Ich hätte das Land gern flach, (S.Fischer, 1996), für den er den Internationalen Bodensee-Preis erhalten hat, und Der Beste Tänzer, (S. Fischer, 2003) über sein Leben mit der progressiven Muskelerkrankung Spinale Muskelatrophie. Keller, der ausführlich über zeitgenössische russische Literatur geschrieben hat, publizierte die Essay-Sammlung Herumstreunende Bären unter dem Höllenhimmel (Edition Isele, 1999) und gab im Fischer Verlag zwei Anthologien russischer Erzählungen heraus. Sein Theaterstück Ballerina wurde 2004 anlässlich einer Woche, die seinem Schaffen gewidmet wurde, in Bregenz uraufgeführt. Darüber hinaus ist er zusammen mit Heinrich Kuhn Teil des Autorenteams Keller+Kuhn, das drei Romane veröffentlicht und zuletzt den Band Kürzesterzählungen Alles Übrige ergibt sich von selbst (Edition Literatur Ostschweiz, 2015) herausgegeben hat. Seine auf Englisch geschriebenen Erzählungen erschienen u.a. in Paris Review, Absinthe, Fail Better, The Means, Gobshite, Sand und Quadrant. 2015 erschien die englischsprachige Kurzprosa (mit Photographien) A Meaningful Life (with Bucket I–VIII), (Lumpish Press, North Carolina), die ins Bengalische übersetzt wurde. Im September 2017 erschien We’re On: A June Jordan Reader, das von ihnen herausgegebene June-Jordan-Lesebuch bei Alice James Books; es wurde von Publishers Weekly zu einem der besten Lyrikbücher von 2017 gekürt. Kellers Photographien, fester Teil seiner zuletzt erschienenen Bücher, wurden in New York in zwei Ausstellungen in der Galerie art101 gezeigt. 2016 sind der deutschsprachige Roman Das Steinauge & Galapagos (Edition Isele) sowie die englischsprachigen Erzählungen A Worrisome State of Bliss (Birutjatio Press) erschienen. Ab 2019 wird die von ihm betreute zweisprachige Bangla «American Poets Series» in Indien (Santiniketan, West Bengal) erscheinen. Die ersten Titel werden ausgewählte und neue amerikanische Lyrik in Bengali von June Jordan, Joan Larkin, Yesenia Montilla, Anne Marie Macari, Alicia Ostriker, Kimiko Hahn und Jean Valentine vorstellen. Die Kurzprosa A Meaningful Life 2.0 with Primal Matter erscheint im April 2018 auf Englisch und Bengali (Birutjatio Press) und Hip Hops. Poems about Beer (als Herausgeber) im Oktober 2018 und Russian Stories im April 2019 bei Everymans Library (A.A. Knopf). Im Herbst 2019 war er bereits mit seinem jüngsten Roman Der Boden unter den Füssen in der Kellerbühne zu Gast.

 

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