Der Zürcher Oberländer Dichter Jakob Stutz war einer der populärsten Schweizer Autoren seiner Zeit. Seine «Gemälde aus dem Volksleben» und seine Autobiografie «Siebenmal sieben Jahre aus meinem Leben» erfreuten sich beim Lesepublikum grosser Beliebtheit. Sie dienten der Volkskunde im 20. Jahrhundert als erste und wichtigste Quelle für das Brauchtum im Zürcher Oberland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
In seiner Jugend als begabtes Kind vom Land gefördert entwickelte er sich zu einer schillernden Persönlichkeit. Er wurde Werk- und Elementarlehrer, Schriftsteller und Dichtervater, Herausgeber und Erwachsenenbildner, Sozialreformer und Sparkassengründer.
Seit seiner Kindheit plagte ihn jedoch das Bewusstsein, anders zu sein als andere Knaben. Als Erwachsener ist er wegen seiner homosexuellen Veranlagung mit dem Gesetz in Konflikt geraten und hat sich im Gefängnis immer wieder die Frage gestellt: «Warum nur – warum?»
Matthias Peter, Theatermacher und Autor, setzt sich zum Doppeljubiläum – 225. Geburtstag und 150. Todestag – mit Jakob Stutz und seinem Schicksal auseinander. Mit einem Theatermonolog über dessen Verdienste und Vergehen lässt er den Dichter in einer kleinen Gedenkausstellung als Wiedergänger auftreten, gibt ihm eine Stimme und lässt das Publikum an dessen Werdegang und inneren Nöten teilhaben, ohne damit Verfehlungen zu entschuldigen.
Hauptschauplätze der Erzählung sind die Zürcher Oberländer Gemeinden Hittnau, Sternenberg, Fischenthal, Pfäffikon und Bäretswil. Aber auch die Stadt Zürich sowie Schwellbrunn und Trogen im Kanton Appenzell-Ausserrhoden.
Musikalisch strukturiert wird das Stück durch Liedstrophen der Gedichte «Blumen aus der Heimat» von Jakob Stutz und «Abendlied eines Klausners» von Karl Gotthard Grass. Diese greifen die angesprochenen Themen auf, setzen besinnliche Zäsuren und weben sich so als roter Faden und Muster in die Erzählung ein.
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Matthias Peter hat von 2004 bis 2026 die Kellerbühne St. Gallen geleitet und deren Eigenproduktionen als Schauspieler und Regisseur geprägt. Neu ist er unter dem Label «Mobiles Text-Theater St.Gallen» unterwegs und gastiert damit erstmals als freischaffender Theatermacher in der Kellerbühne. Als Publizist ist er ein ausgewiesener Kenner der Zürcher Oberländer Literatur im 19. Jahrhundert. Das Solostück «Warum nur – warum?» über den Dichter Jakob Stutz zeigt er zu dessen Doppeljubiläum nicht nur im Zürcher Oberland, sondern aufgrund prägender Bezüge zum Kanton Appenzell-Ausserrhoden auch in der Ostschweiz:
Mi 4. November 2026, 20 Uhr
Alte Stuhlfabrik Herisau
www.stuhlfabrik-herisau.ch
So 15. November 2026, 17 Uhr
Mo 16. November 2026, 20 Uhr
Kellerbühne St.Gallen
www.kellerbuehne.ch
Sa 21. November 2026
17 Uhr:
Führung im Rathaus Trogen
20 Uhr:
Theatervorstellung im Krone Saal Trogen
www.krone-trogen.ch
Mobiles Text-Theater St.Gallen
www.text-theater.ch