Volker Ranisch spielt «Sophie und Pierre»
Eine Liebesgeschichte in Briefen
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Do 1.6 20:00 Uhr
Den Roman «Sophie und Pierre» hat der Schriftsteller Benjamin Rakidzija in der Tradition der klassischen love letters von A. R. Gurney geschrieben als vergnüglichen aktuellen Streit der Geschlechter über die Liebe und das liebe Leben.

Der theatralisch geschriebene Text hat den Schauspieler Volker Ranisch ausserdem an die Filmkomödie «Zur Sache Schätzchen» aus dem Jahr 1968 erinnert, die sich mit dem Lebensgefühl junger Menschen am Vorabend der 68er-Unruhen auseinandersetzte.

Die Sitten haben sich längst geändert. Aber auch die Formen der Suche nach einem Partner, einer Partnerin sind andere geworden in Zeiten von «tinder», «parship», «elitepartner» und co.

Brauchte es einst 10 Zeitungsannoncen, um sich zu verlieben, so muss man heute 10-tausend Internetseiten durchforsten – um sich darin zu verlieren?

«Schätzchen, streit mit mir!» ruft Pierre seiner Sophie zu und betritt mit ihr «Ein weites Feld», wie einst der alte Briest in Theodor Fontanes gleichnamigem Roman ausufernde Themenspektren bezeichnete.

Sensibilisiert von Themen wie Gleichberechtigung und Gleichstellung suchen unser «Held» und sein «Schätzchen» – das längst kein solches mehr ist, und vielleicht nie eines war – ihre radikalen, konservativ überholten, überspannten, fahrlässig laxen Haltungen zu verstehen und zu integrieren in ihre Welt.

Dabei verheddern sie sich in gendergerechter Sprache, tappen im Trüben nach Erklärungen für ihr konfrontatives Verhalten und verfallen aufs Vergnüglichste in alte Muster auf der immerwährenden Suche nach einer passenden Rolle als Mann, als Frau, als Mensch, in der sich rasant verändernden Gesellschaft.

Vieles davon dürfte Mann und Frau und allen dazwischen bekannt vorkommen – und ihre Geschichte sollte tröstlich sein und auch ein wenig heiter stimmen.

Erlebt das Publikum doch zwei Menschen, die um nicht weniger als um ihre Liebe kämpfen. Und die den Kampf gewinnen werden, weil sie sich nochmal auf den Weg begeben – für sich, für ihren heranwachsenden Sohn und damit stellvertretend für uns alle.

Denn gerade der Streit war und ist Ausdruck ihres Interesses aneinander, ihres Respektes voreinander und letztendlich Ausdruck ihrer Liebe füreinander. Vielleicht ist es das, was von ihnen gelernt werden kann.

***

Benjamin Rakidzija ist Schriftsteller und Gründer des Europäischen Literatur-Festivals Lit.EU. Im Karl Rauch Verlag ist sein Aphorismen-Band Das Buch der kleinen Wahrheiten erschienen. > daskleinebuch.mystrikingly.com

Volker Ranisch studierte an der Hochschule für Musik und Theater «Felix Mendelssohn Bartholdy» in Leipzig. Er spielte an den Schauspielhäusern in Leipzig und Zürich, am Deutschen Theater in Berlin und war viele Jahre Ensemblemitglied des Theaters im Palais, Berlin. Darüber hinaus ist er in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Volker Ranisch gastiert seit 2010 mit literarischen Kammerspielen im gesamten deutschsprachigen Raum.
 
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