Jens Nielsen
Seeigelsolo
Bild: Ayse Yavas
  zum Spielplan
Mi 11.11 20:00 Uhr
Normalpreis CHF 38.00
Studierende, Auszubildende, Kulturlegi CHF 23.00
Ein Neffe sitzt seit Jahren und Jahrzehnten immer wieder mal am Sterbebett des Onkels. Nur der Onkel stirbt nicht. Zwar erwartet er sein Ende jeden Tag. Doch er sprüht vor Lebenskraft. Wo sind wir eigentlich? In einer Klinik, im Hospiz oder Erholungsheim? Wo aber sind die anderen Patienten? Wo das Personal? Geht es hier mit rechten Dingen zu?
Und warum sitzt ein Igel in der Ecke, so als hörte er zu?

Der Neffe jedenfalls erzählt dem Publikum, was er von seinem Onkel weiss. Denn dieser redet immerzu. Berichtet von phantastischen Erlebnissen, die kaum zu glauben, für den Onkel aber ganz normal sind. Doch dann kommt endlich der Igel zu Wort.


Jens Nielsen auf der Bühne zu erleben ist ein buchstäbliches Ereignis, eine helle Freude für alle Liebhaberinnen der gepflegten Sprache und Liebhaber der geistreichen Unterhaltung.

Jury Begründung Aargauer Kuratorium

Jens Nielsens Buch- und Bühnenvorlage «Seeigelsolo» erzählt auf eine Weise von Demenz und drohendem Ich-Verlust, wie man es noch nicht gelesen hat.

Der Autor wagt viel - und gewinnt. Nielsens sprachartistischer Text vollzieht einen performativen Seiltanz und zieht damit die radikale Konsequenz aus seinem Thema: Wenn einer die eigene Geschichte und sein Verhältnis zur Welt nicht mehr in gewohnter Weise erzählen kann, dann lässt sich das nur einfangen, wenn jenseits der Linearität des logischen (Erzähl-)Raums erzählt wird. Zersplittert, fragmentarisch. Mit permanenter Unsicherheit, welche Stimme da eigentlich gerade hörbar wird.

Aber diese «Gesprochene Prosa», so schonungslos ehrlich sie ist, wirkt nicht düster. Sie ist traurig und schön, liebe- und humorvoll, existenziell und lebensbejahend. Dieser Text atmet und er kitzelt in den Ohren. Und er setzt keinen Punkt - jeder Satz bleibt ein Anfang und ein offenes Ende.

Mit Freude unterstützt das Aargauer Kuratorium dieses faszinierende Romanprojekt mit einem Werkbeitrag.

Alisha Stöcklin und Daniel Graf – Jury Aargauer Kuratorium 2026
13.11
Freitag
14.11
Samstag
Caroline Bungeroth
Mutausbruch
Kabarett. Nach 25 Jahren Berlin ist Caroline Bungeroth nach Bern gezogen. Doch da die Sprössin aus ostdeutschem Pfarrhaus in der Berner Agglo neu eingepflanzt wird, sind Fettnäpfchen vorprogrammiert.
Tickets ab 13.10
15.11
Sonntag
16.11
Montag
Matthias Peter spielt
Dichter Jakob Stutz (1801-1877): «Warum nur – warum?»
Nächtliches Gespräch über Verdienste und Vergehen. Auf den Spuren des Reformpädagogen Jakob Stutz, der auch in Appenzell-Ausserrhoden Spuren hinterlassen hat.
 
Tickets ab 15.10
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